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Rundstrecken-Challenge Nürburgring

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Rundstrecken-Challenge Nürburgring, vormals Castrol-Haugg-Cup, gilt als Deutschlands älteste Tourenwagen-Serie. Sie wird seit den frühen 1960er-Jahren ausgetragen, vornehmlich auf der Nürburgring Nordschleife. Ähnlich wie bei Rallyes wird dabei gegen die Uhr gefahren, nicht um Positionen gekämpft, was das Risiko von Kollisionen verringert und die Kosten senkt. Zudem können Boxenstopps für Wechsel von Fahrer oder Reifen ohne Zeitdruck vorgenommen werden, wodurch weniger Personal zur Unterstützung nötig ist. Organisiert werden die acht Saisonrennen von verschiedenen Motorsportclubs, die sich zum Rundstrecken-Challenge Nürburgring e. V. (RCN) zusammengeschlossen haben.

Historie

Viele Jahre lang wurde die Rennserie von den Unternehmen Castrol und AVA-HAUGG gesponsert und hieß bis zum Jahre 2006 deswegen auch Castrol-HAUGG-Cup (CHC). Seither haben sich die Sponsorenaktivitäten allerdings verschoben, sodass die Serie seit 2007 ihren aktuellen Namen hat. Hauptsponsor seit 2007 ist die BMW Driving Experience, eine GmbH zur Durchführung von Fahrertrainings innerhalb des BMW-Konzerns.

Nürburgring Nordschleife

Sportliches Reglement

Die meisten Rennen der RCN werden auf der 20,83 km langen Nürburgring-Nordschleife ausgetragen. Gleichzeitig kann auf der benachbarten Grand-Prix-Strecke eine andere Veranstaltung stattfinden (sofern dies nicht gerade Formel 1 ist), so dass die Streckenmiete und somit die Teilnahmekosten (ca. 400 Euro) niedriger ist. Dabei steht jedoch nur die kleine Boxengasse an der Tribüne 13 zur Verfügung. Diese Läufe finden fast immer an einem Samstag-Nachmittag statt, meistens im Anschluss an die Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) statt, die vom gleichen Veranstalter organisiert wird. Normalerweise wird ein Lauf pro Jahr auf der Grand-Prix-Version des Nürburgrings gefahren, und falls möglich, einer in Spa-Francorchamps (Belgien) veranstaltet. Das Saison-Highlight ist der Lauf am Donnerstag (Feiertag in einigen deutschen Bundesländern) vor dem 24-h-Rennen Nürburgring.

Die Veranstaltung ist vom DMSB als Leistungsprüfung 200 km (LP200) definiert, was bedeutet, dass nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig starten und um Positionen kämpfen, sondern dass die Fahrzeuge in einem Abstand von 5 Sekunden einzeln starten und nicht um Positionen gekämpft wird, sondern gegen die Uhr. Dies reduziert das Risiko von Unfällen, zudem entfällt das Zeittraining zur Bestimmung der Startaufstellung. Die Gesamtdistanz beträgt 312,45 km (15 Runden à 20,83 km), ist somit größer als bei einem Formel-1-Grand-Prix. Die 15 Runden unterteilen sich in zwei Arten von Runden:

  • 9 Sprintrunden auf Bestzeit
  • 3 Runden auf Sollzeit (mit +/- 10 Sekunden Karenz)
  • 3 Runden auf Maximalzeit, für Tankpause und Auslauf

Überschreitet oder unterschreitet ein Teilnehmer die Zeitlimits, so werden pro Sekunde 10 Strafsekunden berechnet. Ungeschickte oder undisziplinierte Fahrer können sich so ihre Siegchancen leicht verderben. Im Lauf der letzten Jahre hat sich der Schwerpunkt verlagert, von der früheren Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) mit wenigen Sprintrunden auf die aktuelle Rennveranstaltung mit wenigen sowie großzügigen Sollzeitvorgaben. (Eine reine GLP wird meist zuvor vom gleichen Veranstalter durchgeführt, einige Teams nehmen an beiden Wettbewerben teil).

Auch in der Michaela-Lochmann-Trophy werden die Rennfahrzeuge einzeln gestartet und fahren ebenso nicht um Positionen, sondern gegen die Uhr. Hier beträgt die Distanz jedoch nur 8 Runden, davon inzwischen zwei auf Bestzeit (früher zählte nur die Gleichmäßigkeit).

Punkte werden innerhalb der Klasse verteilt, wobei der Sieger gemäß der im Breitensport üblichen Verteilungsformel je nach Starterzahl knapp 10 Punkte bekommt, ein Mittelfeldplatzierter ca. 5 Punkte, ein Hinterbänkler ca. 1 Punkt, Ausgeschiedene keine Punkte. Bei fünf Teilnehmern etwa: 9 Punkte für den Sieger, dann 7, 5, 3, 1. So erzielen die Sieger der stark besetzten Klassen die meisten Punkte, wodurch der Meister oft auf einem kostengünstigen Fahrzeug gegen viele andere unterwegs ist. Der Einsatz eines hochkarätigen Porsche kann den Tagesgesamtsieg ermöglichen, jedoch mangels Konkurrenz kaum Punkte für die Meisterschaft erzielen.

Technisches Reglement

Erforderlich ist ein Fahrzeug, dass mindestens mit Überrollkäfig und Feuerlöscher ausgestattet ist. Neben straßenzugelassenen bzw. noch zulassungsfähigen Fahrzeugen nehmen auch reine Rennwagen teil, eingeteilt in folgende Gruppen eingeteilt: VLN-Serienwagen, Gruppe F2005, Gruppe N/DN, GT-2, 24h-Spezial, Gruppe H.

Alle Meister seit 1990 auf einen Blick

JahrTeam/FahrzeugTeam/Fahrzeug
2008RCN: Hans-Rolf Salzer (Alpenrod) BMW M3MLT: Holger Träger/Karl-Heinz Zammert (Bochum/Düsseldorf) VW Golf GTi
2007RCN: Ludger Henrich/Jürgen Schulten (Schmitten/Hamminkeln) Honda Civic Type-RMLT: Gerhard Diel (Wermelskirchen) Opel Astra GSi
2006RCN: Hans-Rolf Salzer (Alpenrod) BMW M3MLT: Holger Träger/Karl-Heinz Zammert (Bochum/Düsseldorf) VW Golf GTi
2005RCN: Ludger Henrich/Jürgen Schulten (Schmitten/Hamminkeln) Opel Corsa SportMLT: Christof Degener/Dirk Kehrberg (Hattingen/Bochum) VW Golf GTi
2004RCN: Jörg Weber (Kehrig) Ford Escort RS2000MLT: Holger Träger (Bochum) VW Golf GTi
2003RCN: Ulrich Ehret (Buchen) BMW 318iSMLT: Christof Degener (Hattingen) VW Golf GTi
2002RCN: Thomas Imig/Petra Dams (Mönchengladbach/Düsseldorf) VW Golf GTiLight: Jörg Kosmalla/Kerstin Kosmalla (Köln) Opel Corsa
2001Maic Winter (Dingden) Opel Astra GSi
2000Jürgen Schulten (Hamminkeln) Opel Astra/Opel Calibra
1999Frank-Dieter Lohmann (Freudenberg) Ford Escort Cosworth
1998RCN: Mark-Oliver Burghardt/Jens Kolodzey (Duisburg) Opel Manta 16VMLT: Jochen Kaiser/Oliver Koppitz (Hürth) Opel Calibra 16V
1997RCN: Mark-Oliver Burghardt/Jens Kolodzey (Duisburg) Opel Manta 16VMLT: Thorsten Birawsky/Marco Birawsky (Plochingen) Ford Capri
1996RCN: Mark-Oliver Burghardt/Jens Kolodzey (Duisburg) Opel Manta 16VNat.: Carsten Burmeister/Oliver Heise (Krummesee) Opel Astra GSi
1995Int.: Walter Schneider (Herschbroich) VW Golf GTiNat.: Günter Kalsdorf/Günter Deus (Wülfrath/Wuppertal) Toyota Celica
1994Int.: Robert Güntzel (Herscheid) VW Golf GTiNat.: Wilfried Thal/Horst Wippersteg (Wülfrath) Porsche 911 Carrera
1993Int.: Franz Claer (Eschweiler) Suzuki SwiftNat.: Mathias Bungard (Eitorf) VW Golf GTi
1992Int.: Walter Schneider (Herschbroich) VW Golf GTiNat.: Günter Kalsdorf/Silvia Bechem (Wülfrath) Toyota Celica
1991Int.: Walter Schneider (Herschbroich) VW Golf GTiNat. Herbert Schilling/Erich Löhrer (Bornheim) Audi 80
1990Int.: Walter Schneider (Herschbroich) VW Golf GTiNat. Herbert Schilling/Erich Löhrer (Bornheim) Audi 80