
VLN Testlauf 28.05.2011
Aus Freude am Motorsport
Wenn in 14 Tagen der Startschuss zum härtesten Langstreckenrennen der Welt – dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring – fällt, ist das Team Walli aus Düren erstmals mit einem eigenen Rennwagen am Start. Teamchef und Fahrer Jörg Walkowski hat mit seiner Crew im Vorfeld alles gegeben um das Rennen zum Erfolg werden zu lassen. Wie es am Ende auch ausgehen mag: Immer an Bord ist der Spaß am Motorsport.
Das erste Ziel kurz vor Augen ist Jörg Walkowski, Teamchef von Walli Motorsport, guter Dinge: Der eigens für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring aufgebaute Renault Clio steht kurz vor seiner Vollendung. Lediglich die Pflicht- und Sponsorenaufkleber fehlen. „Wir sind beim vierten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft gestartet um ein paar Testrunden auf der Nordschleife zu drehen. Denn nur in der Praxis kann das Material sein echtes Können unter Beweis stellen. Damit haben wir den richtigen Schritt getan: Ein blank gescheuertes Stromkabel hat während des Testlaufes den Wagen stillgelegt und die Batterie irreparabel beschädigt“, erklärt Jörg Walkowski den technischen Stand der Dinge. Alle Kabel seien nun sprichwörtlich reibungslos verlegt und alle Clio-bekannten Schwachstellen ausgemerzt. Der Teamchef betont besonders: „Der Einsatz unserer gesamten, gut 20 Mann starken Truppe nebst Rennauto ist nur durch die großzügige finanzielle Unterstützung unseres Hauptsponsors semiQuarz möglich.“
Bei dem was auf den kleinen Franzosen-Renner wartet ist die Akribie auch zwingend erforderlich, denn Jörg Walkowski (Düren), Dietmar Henke (Paunzhausen), Benjamin Weidner (Düren) und Marco Keller (Eschweiler) werden dem Wagen über 24 Stunden alles abverlangen. Die Rennstrecke und die 210 Konkurrenten geben gleichzeitig ihr Bestes um den Clio schneller altern zu lassen als ihm lieb ist. Walkowski: „Wir gehen in der Klasse SP3 an den Start. Insgesamt zehn Autos sind hier gemeldet, die alle für einen Klassensieg in Frage kommen. Am Ende entscheiden Durchhaltevermögen und die cleverste Strategie.
Durchhalten und Spaß haben
Keller, Weidner und Henke sind allesamt 24 Stunden erprobte Rennfahrer die sich mehrfach dem Kampf gegen die Nordschleife gestellt haben. Jörg Walkowski indes fiebert seinem ersten Rennen zweimal rund um die Uhr entgegen: „Für mich ist es eine besondere Herausforderung: Obwohl ich seit gut 15 Jahren Rennen auf der Nordschleife fahre, werde ich in diesem Jahr erstmalig am 24h-Rennen teilnehmen. Ich freue mich riesig auf das Rennen und bin gespannt wie es ist in der Dunkelheit über die Nordschleife zu fahren. Besonders gespannt bin ich auf die Stimmung rund um die Strecke, die vielen Lagerfeuer, der Geruch von Grillwürstchen und auf die vielen Fans, die seit Tagen die Strecke belagern.“ In welcher Reihenfolge gefahren wird steht noch nicht fest, das überlassen die Fahrer auch ein wenig dem Stand der Dinge vor Ort. Marco Keller zählt im Team als Nacht-Spezialist. „Wenn“, so erklärt Walkowski, „ein anderer Fahrer mit der Dunkelheit hadert und wir dadurch im Feld nach hinten rutschen, wird gewechselt. Unser Team ist klein, fein und zeichnet sich durch Flexibilität und Spontanität aus – wir halten nicht an einer bestimmten Strategie fest.“ Am Ende zählt für das Team nur eins: Durchkommen und das größte 24h-Rennen der Welt schadlos überstehen. Die Mechaniker haben im Vorfeld alles getan und das Material auf „durchhalten“ getrimmt. „Der Faktor Mensch und das Quentchen Glück entscheiden letztendlich über den Ausgang des Rennens. Wenn wir im Laufe des Rennens sehen, dass ein Podestplatz in greifbare Nähe rückt, greifen wir auf jeden Fall an. Wenn nicht, fahren wir aus reiner Freude am Motorsport das Rennen zu Ende.“
Text / Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand Mai 2011
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